
Dieser Abschnitt beschreibt einige wichtige (und weniger wichtige)
Optionen, für die es keinen anderen richtig passenden Ort gibt. -
-6 (schaltet IPv6-Scans ein)
Seit 2002 unterstützt Nmap bei seinen beliebtesten Features IPv6.
Insbesondere das Ping-Scanning (nur für TCP), Connect-Scanning und die
Versionserkennung unterstützen IPv6. Die Befehlssyntax ist die
übliche, nur dass man auch die Option -6 angibt.
Natürlich müssen Sie die IPv6-Syntax angeben, wenn Sie eine Adresse
statt eines Hostnamens angeben. Eine Adresse könnte wie folgt aussehen:
3ffe:7501:4819:2000:210:f3ff:fe03:14d0, d.h. es
empfehlen sich Hostnamen. Die Ausgabe sieht genauso aus
wie üblich. Nur die IPv6-Adresse in der Zeile der
“interessanten Ports” deutet auf IPv6. Zwar hat IPv6 die Welt nicht gerade im Sturm erobert, aber in
einigen (besonders asiatischen) Ländern wird es stark eingesetzt, und von
den meisten modernen Betriebssystemen wird es unterstützt.
Um Nmap mit IPv6 zu benutzen, müssen sowohl die Quelle als auch das
Ziel Ihres Scans für IPv6 konfiguriert sein. Falls Ihnen Ihr ISP
(so wie die meisten) keine IPv6-Adressen bereitstellt, gibt es frei
verfügbare sogenannte
Tunnel-Broker,
die mit Nmap funktionieren. Weitere Tunnel-Broker sind
in Wikipedia aufgelistet.
Ein weiterer freier Ansatz sind 6to4-Tunnels. -
-A (aggressive Scan-Optionen)
Diese Option schaltet zusätzlich erweiterte und aggressive Optionen
ein. Ich habe noch nicht entschieden, wofür sie genau steht. Im Moment schaltet
sie die Betriebssystemerkennung (-O),
die Versionserkennung (-sV),
das Scannen mit Scripts (-sC) und
traceroute (--traceroute) ein.
In der Zukunft kommen vielleicht noch weitere Eigenschaften hinzu.
Ziel ist es, einen umfassenden Satz von Scan-Optionen zu aktivieren,
ohne dass man sich viele Flags merken muss. Weil aber das scriptbasierte
Scannen mit dem Standardsatz als aufdringlich betrachtet wird, sollten
Sie -A nicht ohne Genehmigung auf Zielnetzwerke loslassen.
Diese Option aktiviert nur Eigenschaften, aber keine Optionen für das
Timing (z.B. -T4) oder die Ausführlichkeit
(-v), die Sie eventuell auch benutzen möchten. -
--datadir <directoryname> (gibt benutzerdefinierten Ort für Nmap-Datendateien an)
Nmap erhält einige spezielle Daten zur Laufzeit aus Dateien namens
nmap-service-probes,
nmap-services,
nmap-protocols,
nmap-rpc,
nmap-mac-prefixes und
nmap-os-db.
Falls der Ort einer dieser Dateien angegeben wurde (mit den Optionen
--servicedb oder --versiondb),
wird dieser Ort für diese Datei benutzt. Danach sucht Nmap diese
Dateien im Verzeichnis, das mit der Option --datadir
angegeben wurde (sofern vorhanden). Dateien, die dort nicht gefunden
werden, werden in einem Verzeichnis gesucht, das durch die
Umgebungsvariable NMAPDIR angegeben
wird.
Danach kommt
~/.nmap
für echte und effektive UIDs (nur bei POSIX-Systemen) oder der Ort
des ausführbaren Nmap-Programms (nur unter Win32) und dann ein bei
der Kompilierung angegebener Ort wie z.B.
/usr/local/share/nmap oder
/usr/share/nmap. Als letzte Rettung sucht Nmap
im aktuellen Arbeitsverzeichnis. -
--servicedb <services file> (gibt benutzerdefinierte Dienstedatei an)
Verlangt von Nmap, die angegebene Dienstedatei zu benutzen statt
der Datendatei nmap-services, die in Nmap enthalten
ist. Bei dieser Option wird außerdem auch ein schneller Scan
(-F) benutzt. Weitere Details zu Nmaps Datendateien
finden Sie in der Beschreibung zu --datadir. -
--versiondb <service probes file> (gibt benutzerdefinierte Dienstepakete an)
Verlangt von Nmap, die angegebene Dienstepaketedatei zu benutzen statt
der Datendatei nmap-service-probes, die in Nmap enthalten
ist. Weitere Details zu Nmaps Datendateien
finden Sie in der Beschreibung zu --datadir. -
--send-eth (sendet rohe Ethernet-Pakete)
Verlangt von Nmap, Pakete auf der rohen Ethernet-(Datenlink-)Schicht
zu schicken, statt auf der höheren IP-(Netzwerk-)Schicht.
Nmap wählt standardmäßig diejenige, die im Allgemeinen die beste für
die gegebene Plattform ist. Rohe Sockets
(IP-Schicht)
sind im Allgemeinen auf Unix-Rechnern am effizientesten, während
unter Windows Ethernet-Rahmen benötigt werden, da Microsoft keine
rohen Sockets unterstützt. Trotz dieser Option benutzt Nmap rohe
IP-Pakete unter Unix, wenn es keine andere Wahl hat
(z.B. Verbindungen über etwas anderes als Ethernet). -
--send-ip (sendet auf der rohen IP-Schicht)
Verlangt von Nmap, Pakete über rohe IP-Sockets zu senden, statt
über low-level Ethernet-Rahmen. Diese Option ist das Komplement zur
weiter oben beschriebenen Option --send-eth. -
--privileged (nimmt an, dass der Benutzer alle Sonderrechte genießt)
Sagt Nmap, dass es davon ausgehen soll, dass es über genügend Rechte
verfügt, um über rohe Sockets zu senden, Paket-Sniffing und ähnliche
Operationen zu betreiben, die auf Unix-Rechnern normalerweise
root-Rechte
benötigen. Standardmäßig terminiert Nmap, wenn solche Operationen
verlangt werden, aber geteuid nicht null ist.
--privileged ist nützlich bei Linux-Kernel-Capabilities
und ähnlichen Systemen, die so konfiguriert sein können, dass sie
Benutzern ohne Sonderrechte erlauben, rohe Paket-Scans durchzuführen.
Vergewissern Sie sich, dass Sie diese Option vor weiteren Optionen
angeben, die Sonderrechte benötigen (SYN-Scan, Betriebssystemerkennung
usw.). Als äquivalente Alternative zur Option --privileged
kann die Umgebungsvariable
NMAP_PRIVILEGED
gesetzt werden. -
--unprivileged (nimmt an, dass der Benutzer keine Sonderrechte für rohe Sockets genießt)
Diese Option ist das Gegenteil von --privileged.
Sie sagt Nmap, dass es den Benutzer so behandeln soll, als genösse er keine
Sonderrechte für rohe Sockets und Sniffing. Das ist nützlich beim
Testen, Debugging oder falls die Möglichkeiten des rohen Netzwerkzugriffs
auf Ihrem Betriebssystem vorübergehend irgendwie defekt sind.
Als äquivalente Alternative zur Option --unprivileged
kann die Umgebungsvariable
NMAP_UNPRIVILEGED
gesetzt werden. -
--release-memory (gibt Speicher vor Terminierung frei)
Diese Option ist nur bei der Suche nach Speicherlecks nützlich.
Sie bewirkt, dass Nmap den von ihm belegten Speicher direkt vor seiner
Terminierung freigibt, damit man echte Speicherlecks einfacher finden kann.
Normalerweise macht Nmap das nicht, weil es das Betriebssystem ohnehin
macht, wenn es den Prozess terminiert. -
--interactive (startet im interaktiven Modus)
Startet Nmap im interaktiven Modus, in dem es eine interaktive
Nmap-Eingabeaufforderung gibt, bei der man mehrere Scans ausführen kann
(entweder synchron oder im Hintergrund). Das ist nützlich für Leute,
die von Mehrbenutzersystemen scannen, weil sie ihre Sicherheit meist
testen wollen, ohne dass alle anderen im selben System genau mitbekommen,
welche Systeme sie scannen. Benutzen Sie --interactive,
um diesen Modus zu aktivieren, und geben Sie dann h ein,
um eine Hilfe zu erhalten. Diese Option wird selten benutzt, weil echte
Shells für die Leute vertrauter sind und ihnen viel mehr Möglichkeiten
bieten. Diese Option enthält einen bang(!)-Operator zur Ausführung von
Shell-Befehlen, was einer der vielen Gründe dafür ist, Nmap nicht mit
setuid root
zu installieren.
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-V; --version (gibt Versionsnummer aus)
Gibt Nmaps Versionsnummer aus und terminiert. -
-h; --help (gibt zusammengefasste Hilfeseite aus)
Gibt eine kurze Hilfeseite mit den am meisten benutzten
Optionen aus. Sie kommt auch dann, wenn man Nmap ganz ohne Argumente
startet.
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